Der Verein zur Förderung des Kirchenturmes der St. Katharinenkirche hat sich zum Ziel gesetzt, den Turm wieder begehbar zu machen und dieses Bauwerk zu fördern und zu erhalten.

Der Turm kann inzwischen wieder bestiegen werden. Sie können die Öffnungszeiten der St. Katharinenkirche und die Zeiten der Turmbesteigung im Gemeindebüro erfragen.

Unterstützen Sie dieses Anliegen mit Ihrer Spende oder treten Sie dem Förderverein als Mitglied bei.

Vorsitzende des Fördervereins Kirchturm St. Katharinen:

Martina Marx

Tel: 03381 334767

mm(at)martinamarx.de

 

Gemeindebüro:

Ute Lohann
03381 521162
st.katharinen(at)evang-kirche-brb.de

Katharinenkirchplatz 2 14776 Brandenburg an der Havel

 

Turmabmessungen

Der Turm besitzt eine Höhe von 72 m.

Zur Geschichte: Die Turmkatastrophe

Eine Katastrophe traf die Kirche am 30. März 1582 um 3:00 Uhr morgens. Der Turm hatte während eines Orkans im Jahre 1580 bereits Risse bekommen und wies bei einer Messung im Jahre 1582 bereits einen Abstand von drei Zoll zum Giebel auf. In der Nacht vom 29. zum 30. März 1582 schliefen die drei Kunstpfeifergesellen Anton Störtewein, Andreas Drichel und Georg Wolff in der Kunstpfeiferwohnung in den oberen Geschossen des Turmes. Ihr Lehrherr, der Kunstpfeifer Martin Nehring, weilte auswärts. Störtewein hatte gerade die Stunde ausgeblasen, als der Turm in sich zusammenfiel. Dabei hatten die betroffenen Gesellen ungeheures Glück: Störtewein erlitt eine Ritzwunde am linken Ohr, Drichel bohrte sich ein „derbes Stück Holz“ in die Hüfte und Wolff wurde an einem Bein verletzt. Alle drei überlebten das Unglück mit diesen leichten Verletzungen.Beim Turmeinsturz wurde die Westwand mit der an ihr aufgehängten Orgel zerschlagen.

Wiederaufbau

Der Mailänder Baumeister Johann Baptista de Sala errichtete den Turm aufs Neue und schloss ihn mit einem „verlorenen Dach“ ab. de Sala kehrte nach Mailand zurück, nachdem ihn der Rat der Neustadt Brandenburg nicht länger bezahlen konnte. Zehn Jahre später wurde der Neuaufbau des Turmes mit der achteckigen Haube und der durchbrochenen Laterne abgeschlossen. Diese Arbeit wurde von dem Dresdner Zimmermannsmeister Balthasar Richter zu Ende gebracht. Richters Herkunft scheint sich in der Gestalt des Turmabschlusses zu spiegeln, weist doch die Form, Größe und Gestalt der Laterne eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Turmbedeckung der alten Dresdner Kreuzkirche auf, wie sie ein Stich des Gebäudes von 1680 zeigt. Es handelt sich dabei um einen achteckigen Aufbau mit Kuppel und durchbrochener Laterne. Michael von Utrecht deckte die Turmspitze mit Blei ab und gebrauchte dazu 60 Zentner Blei.

Von 2005 an blieb der Turm für den Besucherverkehr gesperrt. Dank der Initiative des Fördervereins konnte der Turm inzwischen wieder begehbar gemacht werden.